Interreligiöse Annäherung




Foto: Weidinger-Vandirk

Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 12 und 13 besuchten mit ihren Religions- und Ethiklehrern Herrn Weidinger-Vandirk und Herrn Steinebach den Bhole-Baba-Ashram in Niederriefenrath.

 

Nachdem wir mit dem Bus in Windeck – Niederrieferath angekommen waren, wurden wir zunächst von zwei barfüßigen Mitgliedern des Ashrams Willkommen geheißen.

 

Nachdem jeder, wie laut Ashram – Regel erforderlich, seine Schuhe ausgezogen hatte, durften wir zur Einstimmung und Selbstfindung, mit geschlossenen Augen, barfuß durch den Schnee gehen, um uns danach, in der mit Fußbodenheizung ausgestatteten Küche, zu einem wärmenden, indischen Begrüßungstee einzufinden.

 

Frisch gestärkt und aufgewärmt versammelten wir uns auf den Teppichen des Gottesdienstraumes, um uns Hand in Hand einer ca. 5 Minuten andauernden, spirituellen Beruhigungsphase hinzugeben. Danach hatten wir dann die Gelegenheit, Fragen zu stellen und uns so über die Begebenheiten und religiösen Hintergründe eines Ashrams zu informieren.

 

So erfuhren wir, dass das Bhole Baba Ashram 1979 gegründet wurde, in der hinduistischen Tradition die Bedeutung eines Klosters hat und als Begegnungsstätte dient.

 

Die gefeierten Zeremonien werden nach jahrtausende alter vedisch – wissenschaftlicher Tradition ausgeführt, z.B. mit Lichterzeremonien und Gesang.

 

 

Nachdem unser Wissensdurst gestillt war folgten ein paar musikalische Einlagen, in denen wir sowohl gesanglich als auch instrumental zum spirituellen Einklang finden konnten.

 

Zum Abschluss durften wir noch ein indisches Mittagessen genießen und uns so mit der indischen Esskultur vertraut machen.

 

Rundum war es ein schöner und aufregender Tag für uns, der uns in jeder Hinsicht bereichert hat.

 

von: Sarah Fröhlich, BGY03

 

 

Nach dem Besuch äußerten sich eine Reihe von SchülerInnen zu dem Erlebten:

 

Verena: Es war interessant zu erleben wie die im Tempel leben. Interessant fand ich die Figuren, dass sie die ankleiden, waschen und etwas zu essen geben.

 

Gamze: Ich fand es schön, dass man mehr Wert auf die inneren Werte eines Menschen legen soll als auf äußere.

 

Rukiye: Ich fand es interessant, dass es nicht nur über Theorie ging, dass wir etwas machen durften. Ich kann sie mir nun besser vorstellen.

 

Dag: Besonders hat mir die Musik gefallen. Wir haben ja musiziert und das gemeinsame Singen und die Melodie hat mir sehr gut gefallen. Das ist mir noch in Erinnerung geblieben. Was ich merkwürdig fand, war, dass dieser Tempel dazu da war, mehrere Religionen zu vereinen. Hinduismus gabs gar nicht als einzelne Religion, sondern da gab es auch einen Altar mit Jesus Christus und man soll in diesen Tempel gehen, um alle Religionen zu vereinen. Das Motto war eigentlich: alle sind gleich und das hat mich doch schon sehr verwundert. Da habe ich mir etwas Anderes vorgestellt.

 

Siegfried: Ich fand es interessant, wie die musiziert haben, aber verwundert hat mich, dass die hier versuchen, den hinduistischen und christlichen Glauben zu vermischen. Wenn das eher exotisch gewesen wäre, dann hätte sich das Ganze eher eingeprägt.

 

Stefan: Ich habe vorher schon einmal etwas über Gandhi gelesen und von daher habe ich so etwas wie heute größtenteils schon so erwartet. Es war alles ziemlich aufgeklärt und ich habe moralphilosophisch keine Einwände. Es hat alles mit Geist und Selbstfindung zu tun. Mir war es eher noch zu viel an Zivilisation. Vielleicht müßte ich einmal direkt nach Indien fahren und in einen Tempel gehen, wo man wirklich nichts Anderes machen kann als meditieren und im Schweigegelübde zu verbringen.

 

Tristan: Ich fand das Ganze ziemlich interessant und ich denke auch, dass ich dort mit dem Dominik über das Wochenende noch einmal hinfahren werde. Nach dem Abitur vielleicht für zwei, drei Tage... allein, um die Erfahrung einmal zu machen.

 

Tobias: Die erste Stunde fand ich gar nicht so schlecht. Die erste Meditation hat mir nicht zugesagt, aber die Musik fand ich gar nicht so schlecht. Ich glaube, dass ich noch nicht die Reife habe, dort einige Tage zu verbringen so wie Tristan. Ich glaube, ich würde mich um irgendwelche Verbote herumdrücken und mich im Stillen doch nur langweilen. Wenn ich dreißig, könnte man doch noch einmal überlegen, dort für einige Tage zu bleiben.

 

Dominik: Ich habe mich wohlgefühlt.

 

Inga: Ich habe einiges gelernt, Sachen, die mir gefallen haben und Sachen, die mir nicht gefallen haben. Es hat mir schon etwas gebracht. Mit den Figuren auf dem Altar kam ich nicht zurecht, da sie die angebetet haben oder dass sie in ihnen etwas Heiliges gesehen haben. Er hat zwar betont, dass es nur das Geistige ist, was sie darin sehen, aber dafür fand ich den ganzen Aufwand, den sie um diese Puppen machen, sehr extrem.

 

Sarah: Ich habe viel Gemeinschaft mitgenommen. Man kommt da rein und ist direkt aufgenommen. Es gab auch viele Dinge, die mich nur gewundert haben: z.B. dass sie keinerlei Drogen konsumieren dürfen, aber die Frau nach dem Essen hinausgeht und raucht und ich würde immer noch gerne wissen, ob die enthaltsam leben.

 

Patricia: Die Meditation war eine andere Erfahrung, die ganz interessant war.

 

Ina: Ich will nicht jeden Tag meditieren. Es wäre zwar interessant, aber das müßte man erst richtig lernen. Am meisten hat mich beeindruckt, wie sie mit ihrem Gott umgehen, wie sie ihren Glauben ausleben.

 

Melanie: Ein bleibender Eindruck wird für mich bleiben, dass ich nie wieder barfuß durch den Schnee laufen werde.