Schüler stellen interessante Geschäftsideen vor

Bis Anfang Mai wollen Teams der BBS Montabaur eigene Firmen am Start haben.

Sie wollen Wohnanlagen für behinderte und nicht behinderte Menschen bauen, perfekt abgestimmte Pakete für Cocktailabende anbieten, Produkte auf ihre Umweltverträglichkeit testen, Austauschakkus für Pkw verleihen oder ausgediente Möbel zu völlig neuen Einrichtungsgegenständen umbauen: Zehn Teams von drei bis sechs Schülern des Wirtschaftsgymnasiums der Berufsbildenden Schule in Montabaur nehmen auch in diesem Jahr mit ihren interessanten Geschäftsideen am Schülerwettbewerb des Deutschen Gründerpreises teil. Diese Initiative, gefördert von der Sparkasse Westerwald-Sieg und weiteren überregionalen Firmen und Medien, beschäftigt sich mit virtuellen oder auch tatsächlichen Unternehmensgründungen.

Genau wie in der richtigen Arbeitswelt müssen die Mitglieder der einzelnen Teams zusammenarbeiten und sich und ihr selbst entworfenes Produkt durch den Einsatz individueller Kompetenzen auf den Markt bringen und dort behaupten. Insgesamt setzt sich die Herausforderung aus neun verschiedenen Aufgaben zusammen, die in den nächsten Wochen zu genau festgelegten Terminen bewältigt werden müssen. Anhand von diesen Aufgaben konzipieren die Unternehmer von morgen ihren Geschäftsplan – inklusive Produktentwicklung, Vertriebs- und Marketingstrategie. Am Ende zählen vor allem der überzeugendste Geschäftsplan und ein kreatives Produkt. Die letzte Hürde muss bis Anfang Mai genommen sein. Praktisch gesprochen, muss dann die Schülerfirma am Start sein.

Während der Auftaktveranstaltung in der BBS Montabaur versorgten Firmenkundenberater Johannes Eberz und Spielbetreuerin Sibylle Hölzemann-Gösel (beide Sparkasse Westerwald-Sieg) die Teams mit den wichtigsten Daten und Fakten. Eberz bot den Schülern an, sein Know-how in der Gründungsfinanzierung und darüber hinaus an sie weiterzugeben. Zudem regte er die Beteiligung eines Steuerberaters an. Organisiert und gecoacht werden die Teams aus der zwölften Jahrgangsstufe des Beruflichen Gymnasiums von einem engagierten Pädagogenteam rund um Eberhard Kirchner. Ein Vorteil für Lehrer: Die Aufgaben sind an die Lehrpläne der Bundesländer angepasst und lassen sich in den Unterricht, beispielsweise der Fächer Wirtschaft, Politik und Mathematik, einbinden.

Hölzemann-Gösel stellte den Ablauf des Wettbewerbs, der bis zur Bundesebene und zur Teilnahme an einem Futurecamp in Berlin führen kann, vor: Zunächst einmal ist es notwendig, dass die Teilnehmer eine Produktidee entwickeln und diese konkretisieren. Damit sprechen sie dann bei ihrem Gründerpaten aus der regionalen Wirtschaft vor. Diesen dürfen die Schüler frei wählen.

Darauf folgt die Zusammenarbeit innerhalb des Teams, in der ein Markt für das Produkt gefunden werden muss. Die restlichen Aufgaben bestehen schließlich aus der Entwicklung eines Geschäftskonzeptes, das sowohl Produktentwicklung als auch Finanzierung und Marketing berücksichtigt. Zwischenstände können jederzeit online eingesehen werden, sodass die Schüler ihre Entwicklung selbstständig beurteilen können.

Mehr als 74 000 Jugendliche ab 16 Jahren haben seit 1999 am Deutschen Gründerpreis für Schüler teilgenommen. Ziel ist es, das Gründungsklima im Land zu fördern und potenziellen Unternehmern Mut zur Selbstständigkeit zu machen. Den haben die Montabaurer Schüler, die auch mit einem neuartigen Stift Menschen mit Rechtschreibproblemen helfen wollen, Lebensmittel für Leute liefern möchten, die an Allergien leiden, Hörgeschädigten mit elektronischen Brillen den Text zu Filmen vermitteln oder Wohnanlagen verwirklichen wollen, die das Leben im Dorf auch im Alter ermöglichen. Eine Gruppe machte um ihre Idee sogar noch ein großes Geheimnis.

Westerwälder Zeitung vom Mittwoch, 15. März 2017, Seite 14

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