Schwerpunkt: digitalisierte Schule – Bildungsministerin Stefanie Hubig besucht Schulen in Dierdorf und Montabaur

 

Unter der Überschrift „Digitalisierte Schulen“ besuchte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig die Nelson-Mandela-Realschule plus in Dierdorf und die Berufsbildende Schule Montabaur. Die Bildungsministerin tauschte sich mit Lehrkräften sowie mit Vertreterinnen und Vertretern von Schülern und Eltern über den Einsatz digitaler Endgeräte – wie etwa Tablets oder Smartboards – im Unterricht und bei der Schulorganisation aus.
„Die Digitalisierung ist, vom Privatleben bis in die Arbeitswelt, in vielen Bereichen längst angekommen und sie schreitet mit riesigen Schritten voran. Deshalb ist digitales Lernen und Lehren seit vielen Jahren ein bildungspolitischer Schwerpunkt in Rheinland-Pfalz. Unsere Schulen vermitteln Kompetenzen, die es den Schülerinnen und Schülern erlauben, diese Entwicklung nachzuvollziehen, mitzugehen und auch zu hinterfragen. Dabei geht es um technisches Knowhow genauso wie um ethische Fragen. Das ist spannend aber natürlich auch eine Herausforderung für alle an Schule Beteiligten. Bei meinem Schulbesuch in Dierdorf und Montabaur habe ich wieder erlebt, mit wie viel Engagement, Expertise und Spaß an der Sache sich unsere Lehrerinnen und Lehrer gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern in vielfältiger Weise einbringen“, so Bildungsministerin Stefanie Hubig.
Bereits seit 2010 ist die Nelson-Mandela-Realschule plus Medienkompetenzschule des Landesprogramms „Medienkompetenz macht Schule“. In Dierdorf zeigt sich eindrucksvoll, wie digitale Bildung in allen Bereichen von Schulen gelingen kann: Unter anderem wurde das Konzept der sogenannten „I-Pad-Klassen“ umgesetzt, mobiles Lernen mit iPads ist auch ein Schwerpunkt eines von der EU geförderten Projekts (Erasmus+) unter dem Titel „Neue Medien – Neue Methoden“. Zum neuen Schuljahr will die Schule in Dierdorf das „digitale Klassenbuch“ einführen und stellte der Ministerin das gemeinsam mit Flüchtlingskindern realisierte eTwinning-Projekt „In Europa angekommen – und nun?" vor. Die Online-Plattform eTwinning bietet Schulen in Europa die Möglichkeit zu kommunizieren, zu kooperieren, gemeinsam Projekte zu entwickeln und sich auszutauschen. Die Nelson-Mandela-Realschule plus zeichnet sich durch eine zusätzliche Unterrichtsstunde Informatische Bildung in der 7. Klasse aus, bereits ab der 6. Klasse erlernen die Schülerinnen und Schüler Grundlagen der IT sowie den Umgang mit dem Internet und Office-Programmen.
Die BBS Montabaur präsentierte unter anderem den Einsatz der „MathApp GeoGebra“ im Rahmen des Mathematikunterrichts und die Smartboard-Anwendung bei der CNC-Steuerung (computer numerical control) im Fach Metalltechnik. Die Schule ist seit 2011 offiziell Prüfungszentrum für den Europäischen Computerführerschein (ECDL) und hat in insgesamt 77 Unterrichts- und Konferenzräumen Mini-PCs und interaktive Whiteboards installiert. Aber auch jenseits des Fachunterrichts hat die Digitalisierung in Montabaur Einzug gehalten: Die Information zum aktuellen Vertretungsplan findet sich auf vier digitalen „schwarzen Brettern“, die jeweils unterschiedliche Darstellungen für die Lehrkräfte, die Schülerinnen und Schüler und den Vertretungsplaner haben. Mit der Einführung eines Intranets „Intrexx“ im Jahr 2010 ist nun auch die schulinterne Kommunikation und Arbeitsstruktur digitalisiert. Über diese Plattform wird, neben der Kommunikation des Kollegiums, das gesamte Abwesenheitsmanagement, Raumbuchungen, die Terminverwaltung und vieles mehr abgewickelt.
„Medienkompetenz darf nicht an die soziale Herkunft geknüpft sein. Deshalb gewähr-eisten wir eine gute technische Ausstattung an den Schulen für alle Schülerinnen und Schüler. Mit einer Fördersumme von mehr als 22 Millionen Euro wurden in Rheinland-Pfalz in den vergangenen zehn Jahren 580 weiterführende Schulen mit 13.000 Notebooks und Tablets sowie 1.500 Interaktiven Whiteboards ausgestattet. In einem nächsten Schritt stärken wir die Grundschulen. Ab dem neuen Schuljahr werden jährlich 125 Grundschulen als Projektschulen in das Landesprogramm ‚Medienkompetenz macht Schule‘ aufgenommen. Die Ausstattungsförderung pro Schule beträgt 7.500 Euro“, so die Bildungsministerin weiter.
Das bundesweit beachtete Landesprogramm „Medienkompetenz macht Schule“ hat Rheinland-Pfalz 2007 gestartet. Im Mittelpunkt steht eine umfassende Medienkompetenzförderung von allen an schulischer Bildung Beteiligten. Dazu gehört der Kompetenzerwerb für Referendarinnen und Referendare, für Lehrkräfte, für Schülerinnen und Schüler und auch Angebote für Eltern. Seit 2007 nahmen über 60.000 Lehrkräfte an zahlreichen Fortbildungsangeboten zum Einsatz digitaler Medien im Unterricht teil, über 2.600 Jugendmedienschutzberaterinnen und -berater haben sich qualifiziert und über 2.100 Schülerinnen und Schüler sind als Medienscouts ausgebildet.

Pressedienst, MINISTERIUM FÜR BILDUNG
Mainz, 15.5.2017

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