Schüler haben tolle Geschäftsideen

Existenzgründer-Planspiel zeichnet wieder junge Unternehmer aus

Ein Unternehmenskonzept vorstellen, inklusive Internetseite und Konkurrenzkalkulation – vor dieser Aufgabe standen nun bereits im vierten Jahr die Zwölftklässler des Wirtschaftszweigs der BBS Montabaur, die das Projekt in Gruppen von drei bis sechs Schülern angingen. Am Dienstag wurden die drei besten virtuellen Geschäftsideen von der Sparkasse Westerwald-Sieg ausgezeichnet. Seit Herbst vergangenen Jahres hatten die neun Gruppen an ihren Ideen gefeilt.

Den ersten Platz, der mit 150 Euro dotiert ist, belegte das Team „Fohrdenker“, bestehend aus Martin Friedrich, Michael Schmidt, Lukas Gombert und Leon Lesser. Sie stellten ein Konzept für betreutes Wohnen in ländlichen Regionen vor. Damit griffen sie ein sehr aktuelles Thema auf: Ältere Menschen, die in ihren Häusern in den Heimatdörfern wohnen bleiben möchten, anstatt in ein Altersheim in die Stadt zu ziehen. Ihr Konzept sieht hier eine Art Alterswohngemeinschaft mit Betreuung vor. 150 Euro für den zweiten Platz erhielten Luisa Hild, Hannah Blettenberg und Franziska Wigge als Team „MZA – Das Wohnzentrum der Zukunft“. Ihre Geschäftsidee sieht eine Wohngemeinschaft mit Menschen mit und ohne Behinderung vor. Es soll eine Symbiose aus den beiden Parteien geschaffen werden. Der Alltag wie Kochen oder Führen des Haushalts soll von allen gemeinsam erledigt werden. So sollen die Inklusion verbessert und für alle Vorteile erzielt werden. Für die Mädchen stand hierbei vor allem der soziale Aspekt im Vordergrund.

Dem Problem, dass Elektroautos oft zu kurze Strecken zurücklegen können und lange Ladezeiten an Tankstellen haben, widmete sich die Gruppe „Feweo“. Philipp Andre, Pascal Finze, Ronja Hinrichs, Philine Holzenthal und Jan Steuder schlugen ein Konzept vor, bei dem Fahrer von Elektroautos an Tankstellen ihre leeren Akkus gegen volle eintauschen können: Eine Art Pfandsystem, durch das die Fahrer nach dem Akkuwechsel direkt weiterfahren können. Für diese fortschrittliche Idee erhielten sie 100 Euro.

Auch die betreuenden Lehrer, Eberhard Kirchner und Daniel Rath, unterstützen das Projekt gerne. „Das ist eine tolle Übung, so praktisch, wie es an einer Schule eben möglich ist“, betont Kirchner. Auch in den Lehrplan passt das Planspiel, da in der zwölften Klasse Marketing durchgenommen wird. Bei dem Wettbewerb können die Schüler mit dem Erstellen des eigenen Marketingplans tätig werden. Seit 1999 gibt es den Schülerwettbewerb, der eine Kategorie des Deutschen Gründerpreises ist. Die Sparkassen, Stern, zdf und Porsche rufen zu Kreativität und Unternehmergeist auf. Seit Beginn haben bereits 78 000 Schüler an dem Wettbewerb teilgenommen.

Birka Kallenbach

Westerwälder Zeitung vom Donnerstag, 8. Juni 2017, Seite 14

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