Schülerinnen entwickeln Freizeitkonzept

Fünf angehende Abiturientinnen der Berufsbildenden Schule (BBS) Montabaur haben kürzlich einen Wirtschafts-Sonderpreis beim bundesweit ausgeschriebenen Schüler-Business-Award (SBA) gewonnen. Die 18- und 19-jährigen Frauen haben sich Gedanken darüber gemacht, wie man die Ausgehmöglichkeiten für junge Leute in Montabaur verbessern könnte. Ihr Konzept sieht unter anderem Mottopartys und einige Umgestaltungen im hiesigen Kino vor. Für diese Arbeit wurden Jasna Blettenberg, Bahar Erorgun, Jana Kaulbach, Linda Kleinhückelskoten und Lara Schuck-Hembes mit dem Sonderpreis in der Kategorie „Frauenpower“ belohnt. Eine öffentliche Vorstellung der Ideen soll es beim Tag der Offenen Tür in der BBS Montabaur am Samstag, 21. November, geben.

Die fünf Schülerinnen kommen alle aus der Verbandsgemeinde Montabaur und besuchen die 13. Klasse des Wirtschaftsgymnasiums an der BBS. Die Ausgehmöglichkeiten für junge Leute in der Westerwälder Kreisstadt sehen sie eher kritisch. „Montabaur ist aus unserer Wochenendplanung schon längere Zeit komplett raus“, berichten sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Ab und zu entscheide sich die Gruppe mal für einen Kino-Besuch in der Stadt. Nach Ende des Films gebe es dann aber leider kaum eine Möglichkeit zum Feiern für junge Leute. Angesagte Kneipen seien entweder zu teuer oder reine Raucherlokale.

Dabei hätte Montabaur aus Sicht der fünf Frauen durchaus Potenzial für mehr. Durch das große Schulzentrum gebe es viele junge Menschen in der Region. Es mangele einzig an einem guten Konzept, meinen sie. Ihre Idee: Das Montabaurer Kino könnte Mottopartys zu den jeweils aktuellen Filmen anbieten, zum Beispiel eine Goethe-Party zum Streifen „Fuck You Goethe 2“. Aus dem großen Kinosaal 4 mit Bühne könnten überdies die festen Sitze entfernt und durch Sofas, Sessel und Sitzkissen ersetzt werden. Das käme bei jungen Leuten sehr gut an, sind die fünf Schülerinnen überzeugt.

Das Ganze ist im Übrigen mehr als eine fixe Idee: Die Schülerinnen stellten einen Business- und Finanzplan auf. Die Umsetzung des Konzepts rechneten sie betriebswirtschaftlich durch – wenn auch mit fiktiven Zahlen. Unter dem Namen „Diffriend“ bewarb sich die Gruppe schließlich im Wettbewerb des Bundeswirtschaftsministeriums.

Fast 80 Schülerteams nahmen an der bundesweiten Abstimmung im Internet teil. Die Montabaurer konnten sich schließlich den Sonderpreis in der Kategorie „Frauenpower“ sichern. Dazu gehörte unter anderem eine Reise nach Berlin, bei der auch Kontakt zu Unternehmerinnen und erfolgreichen Gründern geknüpft werden konnte.

Tatsächlich umsetzen können die fünf Frauen ihr eigenes Konzept aber vorerst nicht, erklären sie. Zunächst steht nun das Abitur am Wirtschaftsgymnasium an. Danach soll es voraussichtlich mit einem BWL- oder VWL-Studium weitergehen. Man bräuchte für die Verwirklichung zudem ein gewisses Startkapital, das 18- oder 19-jährige Schüler in der Regel nicht haben. Aber die jungen Frauen hoffen, dass ihre Idee vielleicht Interessenten findet.

Westerwälder Zeitung vom Mittwoch, 7. Oktober 2015

Nach oben

Leitet das drucken dieser Seite ein