BBS Montabaur bietet Fortbildung für Lehrer an

An der Berufsbildenden Schule (BBS) in Montabaur können Lehrer anderer Bildungseinrichtungen neuerdings eine offizielle Fortbildung besuchen. Die BBS in der Westerwälder Kreisstadt steht für moderne Personalführung in Form von jährlichen Mitarbeitergesprächen und Schulleitung in Teamarbeit. Darüber hinaus kann sie mit strukturiertem Schulmarketing punkten. Das Pädagogische Landesinstitut in Speyer hat die BBS deshalb zu einer sogenannten Hospitationsschule ernannt. Pädagogen anderer Schulen sollen von den Erfahrungen der Montabaurer profitieren und können dort an Fortbildungen teilnehmen. Das neue Angebot ist allerdings nicht auf Berufsbildende Schulen beschränkt, sondern richtet sich bewusst an Lehrer unterschiedlicher Schultypen.

Das Projekt Hospitationsschulen soll laut Bildungsministerium eine wertvolle Ergänzung im rheinland-pfälzischen Fortbildungs- und Beratungsangebot sein. Anfang Oktober ist es offiziell angelaufen. Künftig können Lehrer durch Schul- und Unterrichtsbesuche die Vorbildbeispiele hautnah erleben und vom Wissen der Hospitationsschulen profitieren. Die Vor- und Nachbereitung erfolgt mit Unterstützung des Pädagogischen Landesinstitutes, über das auch die Anmeldungen für die Hospitationen koordiniert werde

In Montabaur laufen die Fäden bei Bettina Nasarek und Gabriele Abel zusammen. Die BBS ist mit 2450 Schülern und 120 Lehrern die größte Bildungseinrichtung unter den Hospitationsschulen. Fortbildungen sind dort in drei verschiedenen Themenbereichen möglich.

Mitarbeitergespräche: An der BBS Montabaur werden mit dem Lehrerkollegium jährlich Mitarbeitergespräche geführt. Strukturierte Dialoge mit der Leitung gibt es in ähnlicher Weise in vielen Wirtschaftsunternehmen. Sie gelten als modernes Mittel der Mitarbeiterführung. An der Schule ist die Teilnahme für die Lehrer allerdings freiwillig, erklärt Gabriele Abel. Es handelt sich um ein Angebot, um über die berufliche oder auch private Situation sowie die Arbeitszufriedenheit zu sprechen. Die Mitarbeitergespräche sind kein Kontroll- oder Beurteilungsinstrument, ergänzt die Pädagogin. Sie dienen aber zum Beispiel dazu, bislang unbekannte Kompetenzen und Fähigkeiten des Kollegiums zu entdecken. Bei der Hospitation werden diese Gespräche in Rollenspielen nachgestellt.

Schule leiten im Team: Die Schulleitung ist an der BBS nicht mehr im klassischen Sinne hierarchisch organisiert, sondern wird im Team mit unterschiedlichen Aufgaben bewältigt. Zehn Pädagogen sind daran beteiligt. Die Verantwortung ist auf mehrere Schultern verteilt. Im Rahmen einer Hospitation können Lehrer anderer Schulen die Grundlagen des Teamprozesses kennenlernen und eventuell an einer Teamsitzung teilnehmen.

Schulmarketing: Die Werbung in eigener Sache wird auch für Schulen immer wichtiger. Die BBS Montabaur folgt dabei einer ganzheitlichen Denkweise, die alle Maßnahmen, Projekte und Prozesse der Schule in einem Marketingkonzept bündelt. Die BBS hat ein Leitbild, eine gelebte Schulidentität (Corporate Identity) und ein einheitliches Auftreten mit Wiedererkennungswert (Corporate Design). Bei der Hospitation werden praktische Beispiele gezeigt.

Die anderen Hospitationsschulen haben im Übrigen zum Teil ganz andere inhaltliche Schwerpunkte. Sie stellen zum Beispiel Konzepte zur Sprachförderung oder auch zur Inklusion in den Mittelpunkt der Fortbildungen. Alle teilnehmenden Bildungseinrichtungen erhoffen sich Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge, um ihre Ideen sinnvoll weiterentwickeln zu können, erläutert Gabriele Abel abschließend. Denn auch Lehrer lernen bekanntlich nie aus.

Weitere Infos und Kontakte gibt es im Internet unter www.hospitation.bildung-rp.de

Westerwälder Zeitung vom Donnerstag, 5. November 2015, Seite 13

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