Junge Leute nutzen ihr Wahlrecht

Insgesamt 335 Schüler der Berufsbildenden Schule Montabaur haben diese Woche schon gewählt – allerdings nur im Rahmen des landesweiten Projekts „Juniorwahl“. Aber auch dieses wird ausgewertet und führt vor allem dazu, dass auch Jugendliche, die sich bisher noch nicht groß mit dem Thema Landtagswahl beschäftigt hatten, dann am Sonntag doch zur Wahlurne gehen.

So wollen fast alle Schüler, die zum größten Teil auch schon mindestens 18 Jahre alt sind, an der Landtagswahl teilnehmen. Nur zwei junge Frauen aus dem Beruflichen Gymnasium wollen offenbar ihr Wahlrecht nicht wahrnehmen, da sie der Ansicht sind, dass sie mit ihren Stimmen ohnehin nichts ändern können. Aber auch sie relativieren ihre Aussage dann schon wieder etwas und sagen, dass sie sich einfach noch nicht genug informiert hätten. Eine von ihnen gibt selbstkritisch zu: „Wenn viele aufs Wählen verzichten, wäre das aber auch schlecht.“

„Wir müssen uns für die Demokratie einsetzen“, betont Deniz (19), der auch gleich dazu sagt, dass er die FDP wählen will. Ihn beeindruckt vor allem, dass die Freien Demokraten den Meister gleichberechtigt neben dem Master sehen. Die 19-jährigen Zwillinge Jason und Justin haben sich ausführlich über die Wahlprogramme der Parteien informiert. Sie gehen vor allem wählen „damit die rechten Parteien nicht einen so hohen Stimmenanteil bekommen“.

Lea Eulberg und Janis Volkmann, die den Wahlvorstand bilden, nehmen ihre Aufgabe genauso ernst, als ob es um die echte Landtagswahl ginge: Sie kontrollieren Wahlbenachrichtigungen und Personalausweise und sorgen dafür, dass auch sonst alles den Vorschriften entspricht. Ihre Mitschüler aus der Klasse HBF 15 sind gut informiert und machen sich fast alle für den echten Urnengang stark.

Benjamin Hering, einer der für die Juniorwahl an der BBS Montabaur speziell geschulten Lehrer, erläutert, dass Schüler im Alter von 15 bis 25 Jahren an der Aktion teilnehmen. Sie kommen sowohl aus den Vollzeit- wie auch den Teilzeitklassen. Der Lehrer ist selbst erstaunt, mit welch hoher Motivation die Schüler, von denen viele ja auch in der Wirklichkeit Erstwähler sind, an die Wahl herangehen. Da hat sich die von ihm und seinen Kollegen geleistete Vorbereitung im Sinne einer starken Demokratie doch offensichtlich ausgezahlt.

„Und wie bei der richtigen Landtagswahl gibt es nächste Woche auch bei der Juniorwahl ein Ergebnis“, kündigt Hering an. „Außerdem wird das Projekt und auch die echte Wahl im Unterricht nachbereitet. Dabei werden natürlich auch die Ergebnisse analysiert.“

Westerwälder Zeitung vom Samstag, 12. März 2016, Seite 25

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