Schüler lassen sich von Hundertwasser inspirieren

In der Familienberatungsstelle des Caritas-Zentrums in der Philipp-Gehling-Straße sind ab sofort Bilder im Stil des österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser ausgestellt. Die Werke, die von Schülern der Berufsbildenden Schule (BBS) Montabaur und beeinträchtigten Schülern der Wirgeser Katharina-Kasper-Schule gemalt wurden, sind das Ergebnis einer einjährigen Kooperation der beiden Schulen für einen inklusiven Kunstunterricht.

Ziel des seit zwei Jahren laufenden Projekts ist es, Schülern die Möglichkeit zu bieten, sich gemeinsam künstlerisch zu betätigen und vielfältige Erfahrungen miteinander zu machen. Neben dem wöchentlichen Austausch gingen aus dem Projekt im Laufe des Schuljahres auch unter den Jugendlichen enge Freundschaften hervor. Letztlich sei die Offenheit und die Ergänzung innerhalb der künstlerischen Betätigung für die Jugendlichen auf beiden Seiten ein Gewinn gewesen.

Christel Kruppa von der Familienberatungsstelle und Volker Vieregg, Schulleiter der Wirgeser Förderschule in Trägerschaft des Caritasverbandes Westerwald-Rhein-Lahn, hatten die Ausstellung im Beisein der Schüler sowie einiger Gäste eröffnet. Christel Kruppa lobte die Idee des gemeinsamen Kunstunterrichts. Sie zeigte sich erfreut über die gelungenen Bilder und betonte, dass ihre Institution den langen und hellen Flur, der auch schon vorangegangenen Kunst- und Fotoprojekten als Ausstellungsfläche diente, gern wieder zur Verfügung stelle.

Nach dem Vorbild von Hundertwasser, dessen Kunstwerke sich durch bunte Farben, schräge Formen und kurvenreiche Konturen auszeichnen, sollten sich die Schüler ihren Fantasien hingeben und gemeinsam eigene Ideen und Motive entwickeln. Mit Acryl- oder Wasserfarben entstanden so insgesamt 15 Bilder in verschiedenen Größen.

Auf ihre Ausstellung waren die jungen Nachwuchskünstler sichtlich stolz. „Dass die Werke jetzt gezeigt werden, ist für die Schülerinnen und Schüler natürlich eine besondere Form der Wertschätzung und unglaublich wichtig für sie“, erklärte Volker Vieregg. Der Wirgeser Schulleiter dankte der Berufsbildenden Schule Montabaur für die gelungene Kooperation. Die Schüler der BBS konnten sich freiwillig für das Projekt anmelden. Darüber hinaus sei aufgrund festgeschriebener Lehrpläne viel Planungsarbeit nötig gewesen, um den Schülern die Teilnahme zu ermöglichen. Vieregg hofft aber, das Kunstprojekt auch im kommenden Schuljahr fortführen zu können.

Zu sehen ist die Ausstellung noch bis Anfang September während der Öffnungszeiten des Caritas-Zentrums in der Philipp-Gehling-Straße 4 in Montabaur.

Westerwälder Zeitung vom Samstag, 25. Juni 2016, Seite 25

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