Bericht über unseren Besuch in der Suchtklinik Vielbach

Am 2.05.2019 ging es für uns, den Psychologie Leistungskurs der Stufe 12, in die Suchtklinik nach Vielbach.

In Vielbach werden ausschließlich Männer, die an einer Sucht bzw. Abhängigkeit leiden, behandelt. Die meisten Patienten dort sind alkohol- oder drogenabhängig und besitzen keine eigene Wohnung mehr. Die Therapie kann zwischen 8 bis 12 Wochen andauern, was aber bei jedem individuell variiert. Auch nach der Therapie wird dafür gesorgt, dass die Menschen eine Perspektive haben und nicht auf sich allein gestellt sind.

Unsere Kursleiterin Frau Lang gab uns bewusst, vor unserem Besuch, keine Informationen über die Klinik oder das Thema Sucht, damit wir uns selbst ein eigenes Bild von Vielbach machen konnten und die Möglichkeit bekamen von Betroffenen selbst über die Komplexität der Sucht aufgeklärt zu werden.

Nachdem wir das Gelände der Klinik betreten hatten, wurden wir direkt von einem der Klinikleiter empfangen. Er führte uns in einen seiner Gruppenräume und gab uns erstmal einen ausführlichen theoretischen Einblick in das Thema Sucht und Abhängigkeit. Er berichtete uns, dass die Patienten außerhalb ihrer Gesprächstherapien mit ihren Therapeuten individuell zwischen verschiedenen Therapien und Bereichen wechseln können. Diese verschiedenen Möglichkeiten wollten wir nun natürlich auch kennen lernen.

Leider konnten wir nicht, wie in den Jahren zuvor, von Patienten der Klinik über das Gelände geführt werden, weshalb Herr Schrameier das übernahm. In unseren Köpfen stellten wir uns die Klinik sehr dunkel und eintönig vor, jedoch verschwand dieses Bild sofort als wir die hellen und bunten Räume sahen. Zuerst wurden wir in eine große Sporthalle geführt, in der die Sporttherapie stattfindet.  Dort begegneten uns auch direkt Patienten. Sie waren sehr gut drauf und machten einen fröhlichen Eindruck. Auch das hatten wir uns so nicht vorgestellt. Wir hatten sogar die Möglichkeit kurz mit dem Sporttherapeuten zu reden und etwas über seine Arbeit dort zu erfahren.

Danach gingen wir zu den Gärten, die von den Bewohnern selbst gepflegt werden.  Wir fanden eine große Anlage vor mit Brunnen, Bäumen, Wiesen und Sitzmöglichkeiten. Es war wirklich sehr schön. Herr Schrameier brachte uns dann zu der Tiertherapie. Es überraschte uns sehr wie vielen verschiedenen Tieren wir auf dem ganzen Gelände verteilt begegnet sind. Darunter waren zum Beispiel Pferde, Hühner, Ziegen aber auch kleinere Tiere wie Hasen oder Meerschweinchen. Den Patienten ist es sogar gestattet ihre eigenen Haustiere mit in die Klinik zu bringen. Das erleichtert vielen die Therapie.

Nach der Tiertherapie durften wir in das Gewächshaus gehen. Dieses wird ebenfalls von Patienten versorgt. Wir fanden dort viele Arten von Gemüse und Pflanzen vor.

Es folgten Besuche in der Schlosserei, Schreinerei und in der Kreativwerkstatt. Dort konnten wir die kreativen Werke der Bewohner betrachten und hatten wieder die Möglichkeit mit dem Ergotherapeuten zu sprechen.

Spontan organisierte Herr Schrameier doch noch ein Gespräch mit drei seiner Patienten und wir bekamen die Möglichkeit in einer Gesprächsrunde im Gruppenraum persönlich mit Suchterkrankten zu sprechen. Die Männer haben sehr offen über ihre Biografien gesprochen, was uns auch ermöglichte all unsere Fragen zu stellen. Jedoch waren das nicht allzu viele, da uns ihre Worte sehr nahe gingen und wir teilweise sprachlos. Wir konnten durch die Gespräche sehr viele neue Erfahrungen und Eindrücke gewinnen, die wir auch so schnell nicht vergessen werden.

Zum Schluss kann man sagen, dass die Klinik Vielbach eine sehr schöne Einrichtung ist, die ihren Patienten viele verschiedene Möglichkeiten gibt, ihre Suchterkrankungen zu besiegen und wieder in ein normales Leben zurück zu finden. Wir haben das Thema Abhängigkeit von zwei verschiedenen Seiten kennen gelernt: von der theoretischen und der realen Seite. Wir können den Besuch dorthin auf jeden Fall weiterempfehlen und würden jederzeit wieder in die Klinik fahren, um weitere Eindrücke zu sammeln.

Geschrieben von Celine Fetz und Tamina Schramm

Nach oben

Leitet das drucken dieser Seite ein