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Spannende Gespräche beim Berufsinformationstag

Der 09.11.2018 schien erst einmal kein besonderer Freitag zu werden. Allenfalls gewürzt durch eine frühmorgendliche Chemie-Klausur, stand jedoch am Ende des Schultages für uns, die BOS1T/W18, die Werbung für unsere Schule am Berufsinformationstag an.

Die Veranstaltung, die mittlerweile von vier Realschulen plus organisiert wird, fand erstmals in den beiden Kreissporthallen der Stadt Montabaur statt und lockte zahlreiche junge Leute an, die ihren Weg in die Arbeitswelt suchten.

Unsere Klasse verbrachte die Tage und Wochen zuvor viel Zeit mit der Vorbereitung und dem Aufbau unseres Standes sowie mit der Frage: „Wie stellt man jungen Leuten die BOS1 als attraktive Möglichkeit vor, um nach abgeschlossener Ausbildung sein Fachabitur zu erlangen?“

Keine einfache Frage, hatte doch jeder von uns seine eigene Motivation nach der Ausbildung mit der BOS 1 zu beginnen. Doch spätestens auf der Messe, in Gesprächen mit den motivierten Schülerinnen und Schülern unserer Nachbarschulen, wurde uns allen klar, dass genau das die BOS1 so lohnenswert macht. Sie ist ein Türöffner zu verschiedensten Weiterbildungsmöglichkeiten, bei der die praktische Erfahrung durch die Ausbildung als Fundament dient.

Unser Stand wurde durchweg positiv aufgenommen. Manche Besucher versuchten sich an praktischen Aufgaben wie dem Zeichnen eines Grundrisses im Bauzeichner-Bereich, andere erkundigten sich über die durch verschiedenste Requisiten ausgestatteten Tische der Hotelfachfrauen oder Zahnmedizinischen Fachangestellten und wieder andere erfreuten sich über die Preise unseres Gewinnspiels.

Nach einem anstrengenden Tag machte sich dann auch eine gewisse Zufriedenheit breit, einigen jungen Menschen vielleicht eine Hilfe auf dem weiteren Bildungsweg gewesen zu sein. Für uns zeichnet sich nun langsam ein Ende dieses Weges ab und jeder hat schon seinen eigenen Plan für die Zukunft.

Der Berufsinformationstag ist hoffentlich auch weiterhin ein Ort, an dem für viele diese Zukunft Gestalt annehmen kann.

Philipp Leyendecker, BOS 1 T/W 18

Bildquelle: WW-Post

Umfangreiche Förderung der keramischen Bildungseinrichtungen durch die Alexander Tutsek-Stiftung

Die Alexander Tutsek-Stiftung unterstützt nachhaltig nun schon im dritten Jahr vier Einrichtungen der Forschung und Lehre der Keramik in Höhr-Grenzhausen und Koblenz. Die finanzielle Unterstützung ermöglicht den Institutionen die Finanzierung von technischen Gerätschaften, die für die keramische Ausbildung in diesem Bereich benötigt werden. Zusätzlich werden Preisgelder für herausragende Leistungen in der Ausbildung, sowie Stipendien für besonders gute Leistungen während des Studiums vergeben. So konnten bisher 24 Auszubildende der Berufsbildenden Schule Montabaur, sechs Schülerinnen und Schüler der Fachschule Keramiktechnik, zwölf Studierende der Hochschule Koblenz und fünf Studierende beziehungsweise Promovierende von den Förderungen profitieren. Die diesjährige feierliche Übergabe von Auszeichnungen und Stipendien fand im Beisein zahlreicher Vertreterinnen und Vertretern der lokalen Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Institutionen im Keramikmuseum Westerwald statt.

Neben Kurt Schüler als Vertreter des Landrats dankten auch der Verbandsbürgermeister Thilo Becker und Prof. Dr. Peter Quirmbach von der Universität Koblenz-Landau im Namen aller geförderten Einrichtungen der Stiftung. Katharina Parschakow nahm diesen Dank als Vertreterin der Alexander Tutsek-Stiftung entgegen und betonte noch einmal das Ziele der Kooperation: „Es ist unser vorrangiges Anliegen, begabte junge Menschen in den verschiedenen Ausbildungsberufen und Studiengängen rund um die Keramik nachhaltig zu fördern.“ Ebenso lobten Prof. Dr. Wolfgang Imhof, Prodekan der Universität Koblenz Landau, und Prof. Dr. Kristian Bosselmann-Cyran, Präsident der Hochschule Koblenz, das Engagement der Stiftung.

Zudem kamen bereits Geförderte der Alexander Tutsek-Stiftung zu Wort. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten aus dem letzten Jahr – Milena Kexel, Julia Apel, Jasper Neese und Katharina Schutzeich – berichteten von ihrem weiteren Werdegang und gaben einen Einblick in ihre persönliche Weiterentwicklung. Durch die finanzielle Unterstützung wie auch durch Veranstaltungen, die durch die Alexander Tutsek-Stiftung organisiert werden, boten und bieten sich auch weiterhin viele Vorteile und Kontakte für die weitere berufliche Karriere.

Nach der Vergabe der diesjährigen Preisgelder und Stipendien fand die Veranstaltung ihren Ausklang bei vertiefenden Gesprächen in der schönen Atmosphäre des Keramikmuseums.

Die Alexander Tutsek-Stiftung wurde im Dezember 2000 von Alexander Tutsek und Dr. Eva-Maria Fahrner-Tutsek als gemeinnützige Stiftung in München gegründet. Die Stiftung engagiert sich unter ihrem übergreifenden Programm "Kunst und Wissenschaft" ganz bewusst für das Spezielle, das Besondere oder auch das Vernachlässigte, Übersehene.

In ihrem Förderschwerpunkt Wissenschaft ist es für die Alexander Tutsek-Stiftung ein wichtiges Anliegen, Forschung und Lehre in den Ingenieurwissenschaften zu fördern. Der Fokus liegt auf der Grundlagen- und angewandten Forschung in den Fachgebieten Glas, Keramik, Steine und Erden. Diese Fächer liefern wichtiges Basiswissen für andere Teilgebiete der Ingenieurwissenschaften. Dennoch werden sie in der Förderung immer mehr zu Gunsten „moderner“ Fachgebiete, die mehr im Trend liegen, vernachlässigt. Damit sie kein Randgebiet an den Technischen Universitäten und Hochschulen werden und um diese Zweige für Studierende attraktiver zu machen, werden Universitäten, einzelne Forschungsprojekte sowie Nachwuchstalente finanziell gefördert.

Das Gesellschaftstier in mir

Am 14. März 2018 sind wir, der Pädagogik-Leistungskurs des BGY16 und der Psychologie-Leistungskurs des BGY15, nach Neuwied ins Schloss Monrepos gefahren. Dort besuchten wir einen Workshop namens „Das Gesellschaftstier in mir“, welcher von zwei Pädagogen gestaltet wurde. Ziel dieses Workshops war es, sich durch Fragen mit seiner Person auseinanderzusetzen, wie beispielsweise „Wer bin ich?“ und „Welchen Platz nehme ich in der Gesellschaft ein?"

Durch ein Spiel, bei dem jeder Schüler eine fiktive Person zugeteilt bekam und Fragen gestellt wurden, konnte man sehen welche soziale Ungleichheit in der Gesellschaft existiert.

Außerdem wurde erklärt, wie das Zusammenleben vor 40.000 Jahren aussah und wie es sich bis heute entwickelt hat. Anhand vieler Beispiele und Schaubilder aus der Steinzeit wurde gezeigt, wie eine Gruppe mithilfe von Regeln und verschiedenen Methoden funktionieren sollte. Nach einer kleinen Pause, in der wir schon einen Überblick über das Schloss bekommen konnten, ging es weiter mit den Gesellschaftsstrukturen von früher bis heute. Es war interessant die Entwicklung zu erforschen, besonders wie sich die Ansichten über die Welt durch die Globalisierung verändert haben.

Nach dem spannenden Workshop erkundeten wir noch die Dauerausstellung „Menschliches Verstehen“, in dieser wurde das Verhalten der Menschen gezeigt. Verschiedene Gemälde und Funde brachten jeden Einzelnen zum Nachdenken über sich und sein Verhalten in der Gesellschaft. In manchen Gruppen gab es auch Diskussionen, ob man Menschen überhaupt immer verstehen kann oder nicht.

Es war ein aufschlussreicher Tag, welcher jeden zum Nachdenken brachte, wir bedanken uns bei Frau Gatz und Frau Lang, die die Exkursion organisiert haben.

Ein Bericht von Valentin Ickenroth

Gesundwerden in der Natur

Oder: Warum die Therapie „ab vom Schuss“ sinnvoll ist

 

Am 24. Mai 2018 besuchte der Leistungskurs Psychologie die Suchtklinik in Vielbach. Welche Eindrücke entstanden und warum die Therapie in der Natur sinnvoll ist. Ein Erfahrungsbericht von Kenneth Schäfer.

 

Zur gewohnten Schulzeit ging es für uns los. Das Navi führte uns auch, wie zu erwarten war, in privaten PKWs nach Vielbach. Triviale Sache.  Jedoch war in Vielbach selbst nichts zu sehen, keine Klinik, kein größeres Gebäude. Selbst das Fragen der Anwohnenden hat uns hier nicht weitergeführt. Nach einigem Suchen und mit 15 Minuten Verspätung von ca. Dreivierteln des Kurses stellten wir zu unserem Erstaunen fest, dass das Klinikgebäude „fernab vom Schuss“ relativ gut versteckt in sehr ruhiger Umgebung liegt. Feld drum herum, ein Sportplatz für die Patienten davor. Dieser erste Eindruck gab uns bereits einen Vorgeschmack auf die Angebote in der Suchtklinik.

Nachdem der Kurs also vollzählig war, begaben wir uns in eine Sporthalle, wo bereits der Psychologe Herr Becker auf uns wartete um uns mit Informationen über die Einrichtung zu versorgen. Es kämen Patienten mit allen möglichen Süchten, auch solche mit mehreren, hierher nach Vielbach. Außerdem würden lediglich Menschen aufgenommen, die bereits „clean“, also trocken und entgiftet seien.

Emotionaler wurde es, als Herr Becker uns drei Patienten vorstellte, sie sollten uns später, nach einer kurzen Vorstellung, über das Gelände führen. Danke an dieser Stelle für den freiwilligen Einsatz!

Eingeteilt in drei Gruppen ging es los. Unser Guide, Helmut, 56, führte uns zuerst in die Technikwerkstatt. Er selbst sei Techniker, habe also schon sehr viel Zeit hier mit dem Schleifen und Schweißen verschiedenster Materialien verbracht. Die Anwesenheit professioneller Maschinen macht dies für die Patienten möglich. Im selben Gebäude, eine Etage höher in der Bastelwerkstatt, konnten wir kunstvoll gestaltete Werke der hier lebenden Menschen aus ihren Aktivitäten betrachten. Schon an dieser Stelle war uns klar, dass es hier in der Natur in Vielbach, vielfältige und individuelle Therapieansätze gibt.

Nach der Besichtigung des Fitnessraumes ging es zu einem rieseigen Areal, welches für die dort lebenden Tiere reserviert war. Es wurde immer idyllischer. Hühner und Truthähne liefen auf den Wiesen. Hasen, Meerschweinchen und Co. lebten in von Patienten errichteten, extra großen Ställen. Private Hunde der Patienten waren auch in solchen untergebracht. Weiden mit Eseln und Pferden, deren Zäune von Helmut errichtet worden waren, trugen zu der Atmosphäre bei. Selbst in unserer ganzen Gruppe wurde es stiller. Die Natur wirkte völlig entspannend, ganz automatisch.

Nach einem etwas längeren Aufenthalt bei den Tieren, die uns auf magische Art und Weise anzogen, warteten wir wieder auf die Gruppen vor der Sporthalle. So hatten wir noch Zeit, uns mit Helmut intensiver auszutauschen. Er sei, aufgrund seiner Alkoholsucht, Frührentner, wie er berichtete. Sein inzwischen fünfter Therapieversuch sei hier in Vielbach der aussichtsreichste. Er redete so offen und sympathisch mit uns über sein Leben, wie viele Menschen ohne psychische Krankheit dies nicht schaffen würden.

Nachdem sich unsere Gruppen wieder zusammengefunden haben, sammelten wir uns wieder in der Halle für ein Abschlussfeedback mit einer abschließenden Fragerunde an die Patienten und den Psychologen.

Bei dieser Gelegenheit konnten wir uns noch einen Eindruck über das Therapieangebot der Klinik verschaffen. Wie schon erwartet, war selbiges sehr breit gefächert. Von der Musik- bis zur Sport- und von der Technischen- bis zur Therapie mit Tieren war vieles vertreten. Und genau dieses Therapieangebot, in Kombination mit der umgebenden idyllischen Natur und deren Tiere und Pflanzen, macht die Klinik in Vielbach so besonders. Das automatische Beruhigen und Entspannen neben der Tätigkeit, der ein Individuum am liebsten nachgeht, scheint sehr effektiv für einen Therapieerfolg. Zwischen Tieren, Natur und sinnvoller Beschäftigung steht in Vielbach die psychische Genesung.

An dieser Stelle bedanken wir uns ganz herzlich bei dem Fachkrankenhaus in Vielbach für die aufgewendete Zeit und Mühe und selbstverständlich bei den Patienten, die uns ihre Klinik ein Stück näher bringen konnten.

Ruandawoche – wieder ein voller Erfolg!

Die Ruanda-Aktion an unserer Schule war auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg und hat allen viel Spaß gemacht.

Neben den traditionellen Ruanda-Brötchen fanden weitere Pausensnacks wie z.B. Pizza, Laugenstangen oder Wraps regen Absatz.

Engagierte Schüler_innen der BF2-Hauswirtschaft übernahmen im berufsbezogenen Unterricht die Planung, Steuerung und Auswertung dieser Verkaufsaktion als Unterrichtsprojekt. Sie wurden dabei vor allem von Azubis aus dem Bäckerhandwerk d.h. von Bäckereifachverkäuferinnen und Bäckern, aber auch von BF1-Klassen aus der Hauswirtschaft tatkräftig unterstützt. Die Gesamtorganisation lag bei Uta Kropp und Gereon Mering.

Die Auswertung der Schüler_innen fällt sehr positiv aus: „die Teamarbeit in der Küche und beim Verkauf war super, wir hatten viele interessierte Kunden, die Infos über Ruanda waren wertvoll und wir haben vieles über Hygiene, Verkauf und Herstellung gelernt.“

Der Erlös von 2.461,06 € ist beachtlich. Er geht an unsere Partnerschule Rwamiko mit ihren ca. 354 Schüler_innen im Alter von 15 bis 22 Jahren, um dort die Weiterentwicklung zu unterstützen.

Spendenübergabe des BVJ

Erlöse aus dem Weihnachtsmarktverkauf werden an gemeinnützige Organisationen übergeben.

Die Schüler_innen des Berufsvorbereitungsjahres der BBS Montabaur fertigen in jedem Jahr in den unterschiedlichen Praxisfächern Holz/Kfz, Elektro/Metall und Hauswirtschaft/Pflege verschiedene Erzeugnisse an, die auf dem Montabaurer Weihnachtsmarkt verkauft werden. Aus dem Sozialhäuschen wurden eine Woche lang verschiedene Dekoartikel rund um das Thema „Weihnachten“ verkauft. Für die Schüler_innen ist dies eine Möglichkeit den „Weg“ von Produkten, von der Planung bis zum Verkauf, zu erleben und zu erfahren wie ihre selbst gefertigten Waren „ankommen“.

Dieses Jahr haben sich zum ersten Mal auch die BVJ-S-Klassen (Sprachklassen für neu zugewanderte Jugendliche) an der Herstellung von Waren und dem Verkauf beteiligt. Der Erlös des Weihnachtsmarktverkaufs 2017 betrug insgesamt 1700 Euro und wurde an verschiedene soziale Institutionen gestiftet. Die Spendenübergabe fand zusammen mit einer Auswahl von Schüler_innen statt, die die Gelegenheit nutzten, um sich darüber zu informieren, welche Arbeit die Institutionen und Vereine leisten und wofür „ihre“ Spenden verwendet werden.

Gespendet wurde an das Frauenhaus Hachenburg, an die Elterninitiative krebskranker Kinder in Koblenz und an den Verein „Die Schachtel“.

Frauenhaus Hachenburg

Das Frauenhaus in Hachenburg (4 Zimmer und ein Notzimmer) stellt Frauen und ihren Kindern eine Unterkunft zu Verfügung, die von ihren Partnern Gewalt erfahren haben. Es werden Frauen jeden Alters aufgenommen. Das Frauenhaus bietet den Bewohnern aufgrund seiner Anonymität Schutz vor ihren gewalttätigen Partnern. Die betroffenen Frauen erleben einen sicheren Platz, finden ein Obdach und werden von den Mitarbeiterinnen bei allen notwendigen Ämtergängen unterstützt. Die Verweildauer im Frauenhaus beträgt zwischen einem Tag und maximal 15 Monaten. Eine Aufnahme ist zu jeder Zeit möglich, wenn ein Platz frei ist. Das Frauenhaus unterhält auch eine Beratungsstelle in Hachenburg-Altstadt, in der ggf. Vorgespräche geführt werden können und eine Nachsorgegruppe für Kinder, damit diese nach dem Aufenthalt im Frauenhaus eine Möglichkeit haben, untereinander über ihre Erfahrungen zu sprechen. Das Geld soll vor allem für die Nachsorgegruppe verwendet werden.

Besuch des Landeskrankenhauses Andernach

Zwangsjacke, Gummizelle, Fixierung am Bett... Begriffe wie diese assoziieren noch heute die meisten Menschen, wenn sie an eine Psychiatrie denken. Vorurteile gegenüber psychiatrischen Einrichtungen sind also keine Seltenheit, doch sind einige von ihnen gar berechtigt und lassen sich bestätigen oder sollten wir dafür sorgen, diese aufzulösen? Ein Erfahrungsbericht

Von Jasmin Meudt und Kenneth Schäfer.

Wenn man sich noch nie mit dem doch recht komplexen Thema „Psychiatrie“ auseinandergesetzt hat, ist es lediglich eine logische Konsequenz, ein falsches Bild von heutigen Einrichtungen zu haben. Horrorfilme, Geschichten aus alter Zeit und nicht zuletzt die daraus folgende Mundpropaganda haben zu einer gesellschaftlichen Konditionierung geführt. Auch wir, der Psychologie-Leistungskurs, wussten vor unserem Besuch im Landeskrankenhaus Andernach nicht gänzlich, worauf wir uns einlassen. Bedenken bezüglich der eigenen Sicherheit konnten jedoch schnell genommen werden, als wir mit der nötigen Objektivität die Erfahrungsberichte unserer Lehrerin entgegennahmen.

Donnerstag, 8:00 am Landeskrankenhaus in Andernach. Nach einem ersten Blick über das wegen seiner Größe imponierende Gelände führt uns Herr Michels in einen extra für uns reservierten Seminarraum und referiert über das Krankenhaus. Spätestens nach der anschließenden Fragerunde konnten letzte Zweifel beseitigt werden: Zwangsjacke, Gummizelle und Zwangsmedikamentation haben in modernen Psychiatrien nichts mehr verloren. Die Fixierung wird lediglich in extremen Ausnahmefällen eingesetzt - zum Wohl des fixierten sowie zum Wohl der anderen.

Raus aus dem Seminarraum, herüber zur Suchtstation. Die Sicherheitsvorkehrungen außen sowie innen... faszinierend, was hier alles überlegt wurde. In der Gruppe äußern sich wieder vereinzelt Bedenken. Wenn wir die Station nun betreten, könnten sich die Patienten vorkommen wie im Zoo. Sie könnten über unseren Besuch verärgert sein. Wie sollte man in solchen Fällen reagieren? Wie mit ihnen umgehen? Die Antwort ist recht einfach: So ziemlich wie mit jedem anderen Menschen auch. Schnell wurde klar, dass die Bedenken ein weiteres Mal umsonst waren. Sogar wurde uns von einer Patientin ihr Zimmer zur Besichtigung zur Verfügung gestellt. Das noch beklemmende Gefühl vom Betreten der Station löste sich auf, wir redeten lockerer, trauten uns auch, Fragen an die besagte Patientin zu stellen.

Weiter ging es zur Station der geistig Behinderten. Was sofort auffällt: Diese Menschen haben ein großartiges Verständnis von Emotionen. Manch ein anderer könnte sich von deren Empathiefähigkeit eine Scheibe abschneiden. Wir „platzten“ in die Vorbereitungen für die anstehende Weihnachtsfeier und trotzdem ließen sich wirklich alle Zeit für uns. Speziell Simone, auch sie nahm uns mit in ihr Zimmer. Wünschte uns noch eine schöne Zeit. Das dauerhafte Lächeln und Lachen steckte an. Kaum habe ich in den letzten Wochen einen freundlicheren Menschen getroffen.

Auch in der Gerontopsychiatrie spielten Emotionen eine Rolle. Diese Station erscheint in bunten, hellen Farben, alles saniert und erneuert. Der Aufenthalt für alte Menschen wird hier so angenehm wie möglich gestaltet. Zu „schwierig“ für das Altersheim, verbringen sie nun ihre Zeit genau dort. Obwohl es den Menschen dort, ihrer Situation entsprechend, gut geht, konnte ich persönlich ein gewisses Mitleidsgefühl nicht unterdrücken. Vermutlich waren es die wahrgenommenen Kontraste: Vorher noch mit sehr jungen Menschen auf der Suchtstation geredet, nun mit sehr alten Menschen, deren Lebenszeit immer begrenzter wird. Und begrenzt ist vermutlich auch das richtige Stichwort: Begrenzt in ihrer Freiheit fühlen sich die meisten Patienten in einer Psychiatrie. Dieses Gefühl bleibt nicht aus, selbst wenn von Methoden von vor 100 Jahren komplett abgesehen wird.

Die Sichtweise auf die Einrichtung „Psychiatrie“ hat sich zumindest in unserer Gruppe geändert. Auch die Frage, welches Maß an Sensibilität und Zurückhaltung bei der Kommunikation mit Menschen mit psychischer Störung nötig ist, hat sich durch den Besuch in Andernach klären können.

Gummizelle und Co.? Von gestern. Versuch, den Menschen soviel Freiheit wie möglich zu geben? Den Menschen den Aufenthalt so angenehm wie möglich gestalten? Das ist moderne Psychiatrie.

Ausflug ins Schloss Freudenberg, Haus der Sinne, in Wiesbaden

Am 28. November 2017 sind wir, die Klassen BGY Ges 17a und 17b, sowie drei Lehrpersonen, im Rahmen des Psychologie Unterrichts, nach Wiesbaden, in das Haus der Sinne gefahren. Dort empfing man uns, nach einer ca. einstündigen Busfahrt, sehr freundlich. Aufgrund der relativ großen Schülerzahl, teilten wir uns in drei Gruppen mit je etwa 20 Schülern und einer Lehrperson auf. Anschließend begann die Führung durch die verschiedenen Räume des Gebäudes. Wie der Name schon sagt, ging es in den Führungen darum, dass man bei den jeweiligen Stationen seine jeweiligen Sinne nutzt und erforscht. So konnte man in manchen Räumen Gegenstände erfühlen und sollte diese dann erraten, in anderen konnte man die Schwingungen von Tönen als Sandmuster sehen und in wieder einem anderen Raum, diese als Vibrationen spüren. Letzteres geschah im Klangraum.

Anders war es in der Dunkelbar. Während man in allen anderen Stationen seine Sinne bewusster wahrnahm, so musste man in der Dunkelbar auf einen Sinn komplett verzichten. Dadurch, dass einem der Sehsinn fehlte, hatte man die Gelegenheit sich auf all seine anderen Sinne (Hör-, Schmeck-, Riech- und Tastsinn) zu fokussieren.

Jeder von uns hatte die Möglichkeit sich, nach der Führung, mit den freundlichen Mitarbeitern auf dem Gelände aufzuhalten oder selbständig weitere Stationen zu besuchen und somit auch wirklich alle seine Sinne zu nutzen/ testen. So konnte man, im zweiten Stock des Hauses, unteranderem auch mal die Erfahrung gewinnen wie der Tod riecht.

Besonders gut zu wissen ist auch, dass es im Haus der Sinne nicht 365 Tage im Jahr dasselbe Angebot gibt, sondern diese sich den Jahreszeiten entsprechend ändern.

Unsere persönlichen Favoriten sind die Eiskammer, in der Temperaturen unter -20°C erreicht werden können und somit auch wunderschöne Eiskristalle zu beobachten sind, sowie die Dunkelbar, in der man auf sein Sehvermögen verzichten musste. Die Getränke und Snacks, welche man in der Dunkelbar kosten kann, sind ebenfalls Jahreszeiten basierend. Da wirklich nicht das geringste in der Dunkelbar zu sehen ist, geschieht das Bezahlen und Kosten der Getränke und Snacks in absoluter Dunkelheit. Angst über den Tisch gezogen zu werden braucht man aber nicht. Der Barkeeper selbst ist von Geburt an blind und wurde, laut eigener Aussage, bereits schon öfters „übers Ohr gehauen“ und würde daher niemals selber andere „übers Ohr hauen“ indem er zu wenig Geld zurückgibt.

Alles in allem war der Aufenthalt im Schloss Freudenberg eine spannende, positiv bereichernde Erfahrung und wirklich für jeden zu empfehlen.

Ein Bericht von: Emanuela Rollo, Leon Mühleisen und Zeynep Bicakci, BGY Ges. 17a

Wahlrecht mit 16 Jahren? - Rollenspiel im Landtag Rheinland-Pfalz

Für einen Vormittag im Plenarsaal des Landtags in die Rolle von Abgeordneten schlüpfen, Mehrheiten organisieren, um Kompromisse ringen – dies war 84 Schülerinnen und Schülern der Klassenstufe 12 des Beruflichen Gymnasiums im Rahmen eines Rollenspiel zum Thema „Wahlrecht mit 16“ möglich.

Zur inhaltlichen Vorbereitung gab es zunächst ein umfangreiches Dossier mit Texten und Dokumenten. Danach bildeten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mehrere Fraktionen, wählten einen Ministerpräsidenten und Fraktionsvorsitzende sowie ein Sitzungspräsidium und stiegen in die Arbeit ein. Ziel war es, auf spielerische Art und Weise die Bedeutung und den Ablauf einer Plenardebatte kennen zu lernen sowie ein Verständnis für die Funktionsweise der parlamentarischen Demokratie und die Arbeit der Abgeordneten im Entscheidungs- und Willensbildungsprozess zu wecken. Am Ende der kontroversen Debatte im Plenarsaal stand die Schlussabstimmung und eine Reflexion über die gewonnenen Eindrücke.

Wo ist der Besen?

Passend zum Neujahrsputz können die neu konzipierten Servicewagen zum Einsatz kommen. Im fachpraktischen Unterricht der Metalltechnik wurden aus einfachen Mülltonnen zweckmäßige Servicewagen. mehr ..

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